Mittwoch, 30. Juli 2008

30.7. Deogarh - Udaipur

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Um sieben gabs Frühstück, das Personal war enttäuscht und überrascht, weil wir weder Omeletten, noch Saft, noch Süssgebäck essen wollten. Abfahrt um halb neun nach Udaipur. Wir fuhren an herrlichen Hügellandschaften, Marmorminen und immer wieder an Palmen vorbei. Einmal machten wir eine Klopause in einem Hotel für Inder (also nicht in einem Luxusschuppen für Touristen), ich durfte die Toilette in einem der Gästezimmer benutzen und war positiv überrascht von dem schönen Raum, der abgesehen von dem doch ziemlich schmutzigen Bad absolut touristentauglich war. Kurz vor Udaipur besichtigten wir noch einen Shivatempel, der kurz nach 700 v. Chr. gebaut wurde. Wir bestaunten das riesige Bauwerk, während meine Mutter, weil sie ihre Strümpfe nicht ausziehen wollte, draussen wartete und mit ein paar indischen Frauen, die ihre Babies auf dem Arm hielten, redete. Danach gab es eine kurze Fotosession (Sandra und meine Mutter hielten je ein Baby), danach gings weiter Richtung Hotel. Um halb eins kam unser Guide um uns Udaipur zu zeigen. Zuerst gingen wir in den City Palace, welcher der zweitgrösste Palast in ganz Indien ist. Auf der Fahrt regnete es sintflutartig, kaum waren wir beim Palast angekommen war es vorbei, wir genossen einen herrlichen Ausblick über die Stadt. Das Gebäude war wunderschön und voller Gemälde, denn Udaipur ist berühmt für seine Malerei. Was mich erstaunte, ist dass ein Bild eine Geschichte erzählt, der König ist also z.B. an verschiedenen Stationen abgebildet, wie ein Comic ohne Kästchen. Wenn ein Paar heiratet, malt man in Udaipur einen Elefanten und ein Pferd an die Hauswand, daneben je nachdem Mann oder Frau. Der Palast ist 500m lang und 200m breit, der Speisesaal und das Schlafzimmer des Maharani (noch höhere Persönlichkeit als Maharaja) waren voller Spiegel und Glas, allein beim Anschauen konnte einem schwindelig werden. Überall waren Häken in den Decken angebracht um Fächer oder Schaukeln daran zu befestigen. In einem Raum war ein riesiges Abbild vom Sonnengott. Der Sonnengott wurde vom Maharani jeden Morgen angebetet, wenn es jedoch regnete, kam er vor das goldene Standbild, da er die Sonne nicht sehen konnte. Nach der Besichtigung des Palastes gingen wir in einen Tempel ganz in der Nähe, der ebenfalls Shiva geweiht war. Im Hinduismus gibt es vier Kasten: Die oberste sind Priester und Menschen, die heilige Arbeit verrichten, die zweite sind regierende und schützende Personen, die dritte sind Handelsmänner und die vierte arbeitet mit schmutzigen Dingen. Da es auch vier Himmelsrichtungen und vier Seiensarten (Dämonen, Tiere, Menschen und Götter) gibt, hat das Swastika (indisches Hakenkreuz) vier Arme. Verbindet man die äussersten Punkte, gibt es einen Kreis, der für den Lebenskreis steht. Wenn man einen Tempel betritt, tut man stets fünf Dinge: Räucherstäbchen (Riechen), Punkt auf die Stirn (Tasten), Süssigkeiten (Schmecken), Blumen (Sehen), Glocke läuten (Hören).



Udaipur ist die Stadt der Seen und hat drei künstlich angelegte Seen. Wir betrachteten vom Auto aus die etwas ausgetrockneten Seen, danach besuchten wir noch einen wunderschönen Garten, der für die "royal ladies" angelegt worden war. In Udaipur hat es ziemlich viele Touristen und eine schöne, kleine Marktstrasse, an die wir uns anschliessend fahren liessen und die Geschäfte plünderten: Zuerst eine Flöte für Sandra (aus Bambus), dann betraten wir einen Shop mit handgemachten Ledertaschen aus Kamelleder. Sandra und ich kauften und die selbe Tasche in verschiedenen Farben, da nun aber der zweite Platzregen dieses Tages herabprasselte, blieben wir noch ein wenig im Geschäft. Schnell stellte sich heraus, dass der junge Mann, dem der Laden gehört, noch einen Shop mit Lederbüchlein hat. Er liess uns ein paar der Bücher kommen, als es nur noch tröpfelte gingen wir die paar Meter zum Geschäft, wo wir Chai und günstige, handgemachte Bücher bekamen. Die Shoppingtour setzte sich fort im Kauf von Gürteln, weiter über Halstücher und endete in handgemalten Karten. Danach verliessen wir den Markt fluchtartig und suchten ein Restaurant für das Nachtessen auf. Zurück im Hotel konnte meine Mutter nicht in ihr Zimmer, da ihre Schlüsselkarte nicht funktionierte, also wurde ein richtiger Schlüssel aufgeboten, die defekte Tür geöffnet und das Schloss geföhnt und siehe da, das Problem war behoben.

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